Nomborn

im Westerwald

Frühes Mittelalter

Der Historiker Gensicke nimmt an, dass unter dem Namen „Meineborn“ (Meinborn) eine Nomborn vorangehende Siedlung bestanden hat. Meinborn findet im goldenen Buch der Abtei Prüm Erwähnung, wonach in einer Urkunde die auf den 16. Juli 821 datiert, Kaiser Ludwig dem Folkwin im Engersgau gewisse, zum Fiskus eingezogene Güter zurückgibt. Im gleichen Jahr ist auch urkundlich eine Klause zu Nentershausen erwähnt.

 

In Nomborn gibt es bis heute mündliche Überlieferungen über ein Kloster, das auf dem Ortsgebiet gestanden haben soll. Daher soll auch eine Ableitung des Ortsnamens, unten Nonnenborn“ oben stammen. Laut Überlieferung soll das Klosterareal von einer großen Mauer umgeben gewesen sein. Der Gemarkungsname „an der Mauer“ war in Nomborn noch lange erhalten.

Grabungen in den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts haben ergeben, dass es auf dem Gebiet des so genannten Höppel einen Einsiedlerhof gegeben hat. Diese Ansiedlung lag nicht mehr auf dem Bornkasten, sondern in der Talmulde. Die Errichtung einer Einsiedlerzelle ist Ausdruck einer Eremitentradition, wie sie auch in irischen Klöstern besonders gepflegt wurde. Diese Tradition wiederum stellt einen Bezug zum irischen Bischof Kilian her, der noch heute Schutzpatron der Nomborner Kirche ist. Kilian als Schutzheiliger einer Kirche ist im Westerwald sehr selten. Predigte der irische Bischof Kilian doch gegen Ende des 7. Jahrhunderts mit mehreren Gefährten weit weg in Würzburg und Umgebung das Evangelium. Dort wurde er wahrscheinlich um das Jahr 689 ermordet. Aus einer später verfassten Leidensgeschichte des Iren Kilian lassen sich seine Wanderwege nach Bücherwerra bei Kassel, in die Röhn und in Werratal belegen. Sein Wirkungskreis bezog sich somit nicht auf den Westerwald und die Umgebung von Nomborn. Er wirkte weit entfernt. Es ist jedoch vorstellbar, dass ein Mönch die Eremitentradition der irischen Klöster, den Namen Kilians und die Berichte über sein Wirken nach Nomborn brachte.

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