Nomborn

im Westerwald

Förderverein St. Kilian - Bauentwicklung

Da keine Angaben über die Entstehung des heutigen Kirchenbaus vorliegen, lässt sich lediglich mit Hilfe der bisher vorliegenden Bauuntersuchungen, der Bauformen sowie stilistischer Merkmale eine relative Chronologie der Baugeschichte erstellen.

Das älteste, bislang greifbare Datum stammt demnach aus dem ersten Drittel des elften Jahrhunderts und wurde im Rahmen einer Jahresring-Untersuchung an einem im Mauerwerk des Dachraums befindlichen Eichenbalken entnommen. Als Datum der Fällung wurde das Jahr 1035 (+/- 8 Jahre) ermittelt. Die Lage des Balkens deutet auf eine ehemals vorhandene Flachdecke hin, die erst später durch das heute noch erhaltene Kreuzgratgewölbe ersetzt wurde.

Für das Jahr 1340 liegt ein weiteres archivarisch belegtes Baudatum vor. In diesem Jahr wurde das Dach von Chor und Kirchenschiff erneuert. Sehr gut passt diese Baumaßnahme zu dem am heutigen Dachstuhl von Chor und Kirchenschiff entnommenen Bohrkern der Dachsparren, die sämtlich aus der Zeit bis etwa 1330 stammen. Dieser im 14. Jahrhundert entstandene Dachstuhl bildet an den mittelalterlichen Bauteilen noch heute den weitaus größten Teil der Dachkonstruktion.

Wenn diese vor beschriebene Baumaßnahme um 1340 jedoch bereits Chor und Kirchenschiff betraf, müssen aber auch beide Bauteile zu diesem Zeitpunkt bereits bestanden haben, sodass möglicherweise nicht nur für den Chor das dentro-chronologisch belegte, sehr frühe Baudatum anzusetzen ist, sondern dies in gleicher Weise auch für das Kirchenschiff und den 1903 niedergelegten Turm gilt.

Wenngleich für das Mittelalter weitere Baudaten fehlen, belegen sowohl die zwei Glocken (um 1300, 1447) als auch eine Mutter-Gottes-Statue (um 1500) den Willen der Gemeinde, ihr Gotteshaus durch qualitätsvolle Ausstattungsstücke aufzuwerten.

Nach den Wirren des 30-jährigen Kriegs, den die Nomborner Kirche als einzige im Umkreis unbeschadet überstand, muss eine, zeitlich nicht näher zu bestimmende, umfassende Renovierung stattgefunden haben. Ihr verdanken wir die heutige Einputzung der Kirchenschiffdecke mit ihren kassettenartigen Eintiefungen zwischen den aufgeputzten Deckenbalken sowie im Besonderen den Kilians-Altar, der sich mit seinen Bauformen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zuordnen lässt und eher als bäuerlicher Barock-Altar zu bezeichnen ist.

Für die Folgezeit des 18. und 19. Jahrhunderts konnten im Rahmen einer 2002 durchgeführten restauratorischen Voruntersuchung noch drei weitere Weißanstriche nachgewiesen werden, die jeweils für Renovierungen des Innenraums stehen.

Mit dem Abriss des mittelalterlichen Turmes 1903 und der Erweiterung des Kirchenschiffs nach Westen 1905 lässt sich eine weitere, stark in die Substanz des Gebäudes eingreifende Umbaumaßnahme feststellen. Dieser Instandsetzung verdanken wir die heutige, anhand von erhaltenen Resten rekonstruierte Ausmalung von altem Chor und Kirchenschiff.

Nur kaum 50 Jahre später (um 1950) erfuhr der Kirchenbau erneut eine umfangreiche Erweiterung, der wir im Wesentlichen das heutige Erscheinungsbild der Kilianskirche verdanken.

Stefan Klöckner

 Grundriss

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